Brasilien
Bericht und Fotos von Josef Andreas Holzer
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Beratungen und Besichtigungen im Bundesstaat Piaui
Oktober 2001

Piaui liegt im Nordosten des Landes und ist einer der ärmsten Staaten Brasiliens. Durch das eher trockene Klima versucht die großteils ländliche Bevölkerung ihren Lebensunterhalt auf kleinen Landwirtschaften mit Viehzucht und Anbau von Bohnen aufzubessern.

 

 

 

Obwohl alles wachsen und gedeihen könnte, wird ein Großteil an Obst und Gemüse aus den Nachbarstaaten importiert.

Die größeren Farmer, deren Besitze sich über tausende Hektar erstrecken, leben ebenfalls hauptsächlich von der Viehzucht, im Speziellen von der Fleischproduktion.

 

Diese Bewirtschaftung hat viele Probleme zur Folge. Brandrodung und Überweidung sind dabei an erster Stelle zu nennen. Einerseits wird die empfindliche Humusschicht teilweise zerstört und der Erosion preisgegeben, nur für ein bißchen frisches Grün für die frei laufenden Rinder.

Zum Anderen wird eine unzählbare Menge von Klein- und Kleinstlebewesen durch die wahllosen Feuer getötet. Die Folgen für die Zukunft sind kaum abzuschätzen.

 

 

Eine zusätzliche Gefahr geht von den Buschfeuern vor allem während der Trockenzeit aus: ganze Landstriche werden durch kaum kontrollierbare Brandrodungen ein Opfer der Flammen.

Die Besichtigungen dienten dazu, uns ein genaueres Bild der ökologischen Lage dieser Region zu machen und Lösungen für eine naturnahe Bewirtschaftung unter Einbeziehung aller Lebewesen zu erarbeiten.

 

Aus diesem Grund besuchten wir ein Indianerreservat im Nachbarstaat Maranhao. Eine faszinierende Begegnung, die uns ermöglichte, etwas über das alte Wissen der Bevölkerung hinsichtlich Anbau und Kultivierung von Pflanzen zu erfahren. Auch mittlerweile nahezu vergessene Kulturpflanzen des Gebietes, wie etwa die Casava sahen wir erstmals im Indianerreservat.

Das Bild zeigt ein Gespräch über den den Anbau von Manjok (Casava). Ein Grundnahrungsmittel des Stammes, geschmacklich einer Süßkartoffel sehr ähnlich.

 

 

Der Anbau im Reservat erfolgt in Mischkultur. Reis, Mais, Bohnen, Melonen, Casava, Bananen und vieles mehr sind in den Pflanzungen zu finden.

Das tropische Klima ermöglicht eine ungeheure Vielfalt an Möglichkeiten im landwirtschaftlichen Bereich - die grünen Lungen der Erde durch Brandrodung zu vernichten und wertvolles Humusmaterial nach der Beweidung durch Rinder ungeschützt der Erosion preiszugeben ist unverantwortbar.

 

Mango, Passionsfrucht, Kokosnüsse, Cashew, Papaya sind nur ein Bruchteil der möglichen Früchte, die in jedem Wald wachsen könnten.

Links im Bild eine Kokospalme mit unreifen Früchten

 

Mango (links) und Cashew (unten) gedeihen ohne Düngung im reichhaltigen Stoffkreislauf dieses Ökosystems.

 

 

Ein Blick auf den Fluß im Indianerresavat.

Dichte Vegetation am Ufer, wo die Pflanzen um Sonnenlicht wetteifern.
Im Inneren des Regenwaldes dringt durch die gute horizontale Struktur (Stockwerkbau) der Pflanzen nur ein geringer Teil des Sonnenlichtes bis zum Boden durch.