Ein Projekt der Lebenshilfe Ausseerland
unter der Patronanz von Sepp Holzer
Projektbeschreibung und Bilder von Roland Kalß


Telefon „BERTA“ 0664/4513481

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Die Lebenshilfe Ausseerland baut derzeit in Bad Aussee ein Projekt für und mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Ausgangslage und Zweckbestimmung des gesamten Projektes ist es, Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine Integration der besonderen Art zu ermöglichen und durch gezielte Maßnahmen zu einer effizienten Entlastung von Familien mit behinderten Angehörigen beizutragen.

Das Projekt besteht im Wesentlichen aus 2 Bauabschnitten:

A) Grünlandgestaltung –auch „Paradies“genannt
Im Zuge der Landesausstellung in Bad Aussee wurde dieser Bauabschnitt am 14. Mai 2005 mit unserem Schirmherr Agrarrebell Sepp Holzer eröffnet. Sepp Holzer ist nicht nur der Ideengeber für die erste rollstuhlgerechte „Holzer`sche Permakultur“, er hat auch wesentlich zum guten Gelingen der gesamten Anlage beigetragen und seine Dienste immer wieder unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Durch seine Erfahrung, sein Wissen und gute Kontakte zu diversen Firmen (Lieferanten von Pflanzen und Bäumen) als auch Gönnern des Projektes, konnte sich die Lebenshilfe Ausseerland als Projektträger über einen raschen Baufortschritt und eine von Beginn an bestens funktionierende Projektanlage freuen.


Schüler/innen helfen bei der Bepflanzung

Das Konzept für diesen Bauabschnitt wurde gemeinsam mit unserem Schirmherrn erarbeitet. Die breite Akzeptanz in der Bevölkerung brachte mit sich, dass sich zahlreiche Menschen am Gelingen des Projektes beteiligten und ihre aktive Mithilfe anboten.

Unsere behinderten Mitmenschen wurden von Beginn an in das Projekt einbezogen und es erfolgte die Umsetzung (Bepflanzung diverser Teilbereiche, Wegbau, Gestaltung von Wohlfühlbereichen usw.) gemeinsam mit den Schulen und der Bevölkerung des steirischen Salzkammergutes.

 

Plan der Anlage BERTA - zum vergrößern klicken Sie auf das Bild
Übersicht: schematischer Lageplan vom "Paradies"
Um den Plan größer zu sehen, klicken Sie auf das Bild

 

Sämtliche Bereiche der Grünanlage werden rollstuhlgerecht erreichbar sein und es soll auch in Teilbereichen die Bepflanzung und Ernte (z. B. von Hochbeeten) vom Rollstuhl aus ermöglicht werden.

Die Gesamtkosten für diesen Projektteil betragen netto ca. € 500.000,-. Unterstützt wurde die Lebenshilfe Ausseerland dabei vor allem aus Mitteln des Eu- Programms Leader+, sowie Licht ins Dunkel auch privaten Spendern. Auch unzählige Stunden an Eigenleistungen wurden aufgewendet.

Das „Paradies“im Detail

Klimagarten
Der „Klimagarten“ spiegelt insbesondere den visionären Charakter der Gesamtanlage wider. In diesem werden u. a. auch nicht heimische Pflanzen und Gehölze in diversen Versuchsreihen gezogen. Durch die besondere bauliche Gestaltung (terrassiert und witterungsgeschützt sowie durch die gezielte Anordnung massiver Speicherkörper) wird die Jahresdurchschnittstemperatur in diesem Bereich angehoben und wird damit die Grundlage für den Anbau von Wein, Feigen, Kiwi, Indianerbanen etc. geschaffen. Zwei kleine Teiche sorgen für die notwendige Feuchtigkeit und bieten Lebensraum für Tiere und Wasserpflanzen.


Wassergarten


Schüler bei ersten Pflanzarbeiten

Teichanlage / Wassergarten
Dieser Bereich soll unseren behinderten Mitmenschen das Medium Wasser mit all seinen pflanzlichen und tierischen Bewohnern näher bringen. Ebenfalls soll unter Bedacht einer funktionierenden Fauna und Flora Fischzucht betrieben werden. Der Pavillon soll als Treffpunkt des „Miteinander“ dienen und beinhaltet außerdem eine Wasserbelebungsanlage.


Sinnesgarten
Die besondere Auswahl bei Pflanzen und Baustoffen sollen die Sinne des Besuchers ansprechen. Dieser Gartenteil wird somit z. B. besonders duftende Kräuter und wohlschmeckende Beerenfrüchte für Geruchs- und Geschmackssinn enthalten. Dem Auge werden intensiv leuchtende Blüten und spezielle Blickfänge den Weg durch das Labyrinth weisen. Der Tastsinn wird durch die Wahl spezieller Materialien aus der Natur (Steine, Holz, Wasser) inspiriert.

Der Bau der Steinarena im Anfangsstadium

Motorikgarten
In diesem Teilbereich soll insbesondere der Bewegungsapparat des Besuchers
angeregt werden. So wird durch natürliche Hilfsmittel (unterschiedliche
Steinformationen und Holzbauten) der Gleichgewichtssinn, Koordination und
Feinmotorik gleichermaßen geschult.

Verweilplatz und Steinarena
Dieser Bereich soll dem „Seelenleben“ der Besucher gewidmet sein und durch die sorgfältige Auswahl natürlich vorhandener positiver Schwingung zum Verweilen anregen. Während der „Verweilplatz“ u. a. dem leiblichen Wohl („Essen im Grünen“, Picknick) gewidmet sein soll, wird die Steinarena Treffpunkt in kultureller Hinsicht werden. Musik- und Lyrik sollen hier ihren Platz finden.


die zwei Erdbauten

Erdkeller und Stall
Durch Lage und Ausstattung gewährleistet dieses Bauwerk eine optimale
Lagermöglichkeit für Obst und Gemüse und die Möglichkeit frische Produkte bis spät in den Winter auch vor Ort anbieten zu können bzw. heimische Geschäfte beliefern zu können. Das gleich gestaltete Stallgebäude soll Unterschlupf für Kleintierrassen sowie Haustiere sein.


Unsere in Bau befindliche Einkehr


Blick zum Sinnesgarten

Ein besonderer Teil der Anlage ist unsere „Einkehr“. Das kleine Holzhaus soll Raststätte und Ausgangspunkt für alle Ziele der Berta sein. Dem Rollstuhlfahrer wird es sogar möglich sein, vom Klimagarten durch das Dachgeschoß bis in ein Baumhaus zu gelangen.

Rückblick nach einem Jahr Bautätigkeit und Evaluierung der Zweckbestimmung
Am 10. Mai 2004 wurde mit dem Bau des Paradieses begonnen. Anfängliche Skepsis unter den Mitarbeitern aber auch der heimischen Bevölkerung wurde bald abgelöst von einer übergreifenden Begeisterung. Schirmherr Sepp Holzer konnte nicht nur immer wieder alle Beteiligten durch seine Ideen motivieren, es ist auch ihm zu verdanken, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten haben. Zudem konnten bestehende Schwellenängste abgebaut werden und in der Bevölkerung die Akzeptanz und Toleranz gegenüber diesen Menschen um vieles gesteigert werden.

Bereits dieser erste Bauabschnitt stellt somit einen wesentlich Teil zu einer effizienten und ausgewogenen Integration und Normalisierung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen dar. Die Lebenshilfe Ausseerland als Projektträger wird auch bestrebt sein, diesen ersten Bauabschnitt nach Möglichkeit auszuweiten und durch weitere effektive Maßnahmen der Zweckbestimmung noch umfassender entsprechen.




Modell der „OASE“ – eine Planungsvariante vom Büro „Holzbox“

INVESTOREN GESUCHT !

B) 2. Bauabschnitt –die OASE
Dieser betrifft die Errichtung der „Oase“ samt dem Cafe . Für diesen Bauabschnitt müssen finanzielle Mittel im Ausmaß von netto ca. € 2 Mio. aufgebracht werden und ist die Lebenshilfe Ausseerland noch auf der Suche nach einem Investor.

Geplant ist die Errichtung von 10 rollstuhlgerecht ausgestatteten Appartements als Urlaubsangebot für Familien mit behinderten Angehörigen sowie Gruppen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie einem Wohlfühl- und Therapiebereich samt Gemeinschafts –bzw. Seminarraum. Diese 2. Ausbaustufe dient einerseits als Sprungbrett zum Aufbau einer bestmöglichen Selbstvertretung unserer behinderten Mitmenschen sowie in Zusammenhang mit dem umliegenden Paradies als Erholungsort für Familien mit behinderten Angehörigen (Familienentlastung).

Die „Oase“ soll auch das Cafe beinhalten. Dieser Gebäudeteil wird bei Bewirtschaftung durch Menschen mit Behinderung einen besonderen Stellenwert erhalten. Zusätzlich schafft dieses Vorhaben auch Synergien zu dem in Bad Aussee geplanten Gesundheitspark bzw. Vital und kann auch dadurch eine große Aufwertung der Gesamtidee erwartet werden.

Sepp Holzer und Roland Kalß (Projektverantwortlicher)
Sepp Holzer und Roland Kalß

Schlussbetrachtung
Die bisherigen Erfahrungen haben eindeutig gezeigt, dass sich "die" bereits jetzt zu einem ganzheitlich - und im Sinne ALLER Menschen - wirkenden Projekt entwickelt hat. Bereits der erste Bauabschnitt ließ Barrieren zwischen Jung und Alt sowie Menschen mit- und ohne Behinderung fallen. Zahllose Stunden gemeinsamen Schaffens und viele Besuche aufgeschlossener aber auch nur interessierter Menschen ermöglichten dem Projekt einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und ließen Toleranz und Akzeptanz gegenüber unseren behinderten Mitmenschen enorm wachsen.

Aber erst die Umsetzung des gesamten Projektes wird der Idee unseres Schirmherrn Sepp Holzer ganz entsprechen werden - nämlich alle Grenzen zwischen allen Bevölkerungsgruppen nachhaltig aufzulösen. Erst mit der Umsetzung der "OASE" wird es einer Vielzahl von Menschen möglich werden diese Erfahrung zu machen. Sei es durch Verfolgung gemeinsamer Ziele, durch spezielle Seminare, durch entsprechende Beschäftigung oder lediglich durch einen Aufenthalt oder Urlaub im Projekt BERTA. In diversen Schul- und Lehrprojekten wird es Kindern, Jugendlichen und auch unseren behinderten Mitmenschen ermöglicht werden, Wissen und Weisheiten alter Menschen zu erlangen und es wird damit auch dem "Altwerden" ein neuer Stellenwert in der Gesellschaft eingeräumt werden können. Durch gemeinsames Handeln und Schaffen werden bestehende Schwellenängste und Grenzen verwischt und es wird niemand ausgeschlossen.
Als Projektträger ist die Lebenshilfe Ausseerland stolz und glücklich, mit ihrem Schirmherr Sepp Holzer den ersten Schritt in die richtige Richtung eines ausgewogenen und gefühlvollen Miteinanders bereits jetzt getan zu haben.

 

Für den Inhalt verantwortlich:
Lebenshilfe Ausseerland
Plaisirgasse 66
8990 Bad Aussee
Telefon „BERTA“: 0664/4513481
Roland Kalß, Tel: 0664/2130199
www.oase-berta.at

 


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