Schottland
Ein Bericht von Sepp Holzer
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Ein aktueller Fotobericht über das Gedeihen der Permakultur in den schottischen Highlands, vom Spätsommer 2005 ist online!
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Gernot Langes-Swarovski begutachtet die Versuchsflächen mit großer Freude!

Weitere Fotoberichte aus Schottland:
Fotoalbum, 18. Mai 2005
Fotoalbum, 16. Juni 2005
Fotoalbum, Juli 2005
Fotoalbum, Oktober 2005
Fotoalbum, September 2005



Das Permakultur-Projekt im schottischen Hochland entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Langes-Swarovski. Ziel war es, einen Permakultur-Lebensgarten für die private Nutzung zu gestalten. Dieses gemeinsame Projekt eröffnete mir die Möglichkeit, meine Methoden nun auch auf den sauren Torfböden (der pH-Wert liegt zwischen 4 und 5) des schottischen Heidelandes auszuprobieren. Bei einer ersten Begutachtung des Gebietes wählten wir mehrere Testflächen in unterschiedlichen Höhenlagen (ca. 100 m bis 350 m Seehöhe) aus, auf denen ich meine Versuche starten konnte.

Im Bild zu sehen ist eine Erosionsfläche, die als Testfläche ausgewählt wurde. Sie wurde eingezäunt, um den Wildverbiss zu minimieren. Die Vegetation in der Umgebung besteht hauptsächlich aus Sauergräsern (Cyperaceae; Wollgräser und Seggen) und Heidekraut (Calluna vulgaris), die mit den vorherrschenden sauren Bodenverhältnissen gerade noch zurecht kommen.

Im Mai 2003 brachten wir die ersten Mischsaaten auf dieser Testfläche aus. Dazu gehörte Getreide (Urgetreide: Emmer, Einkorn, sibirisches Urkorn) mit Untersaaten aus Gemüse (Radieschen, Rettich, Salat etc.) und bodenverbessernden Pflanzen (verschiedene Leguminosen). Es ging darum festzustellen, ob und wie die ausgewählten Pflanzen unter den vorherrschenden Standortbedingungen (ständiger Wind, saure und feuchte Böden) wachsen würden. Im Bild bei den Vorbereitungen zur Aussaat mit Peter Wemyss und Mitarbeiter.
Nach der Saat wurde eine Mulchschicht aus Stroh locker auf der Testfläche ausgebracht.
Ein Jahr später, im Mai 2004, zeigte sich auf dieser Fläche bereits ein völlig anderes Bild. Sowohl die Getreidesaat als auch die Untersaat waren aufgegangen und entwickelten sich sehr gut!
Das Ergebnis übertraf meine Erwartungen bei weitem. Selbst unter diesen schwierigen - also für die Pflanzen eigentlich ungeeigneten - Verhältnissen wuchs die Gemüseuntersaat hervorragend an!

Sogar Enziansamen (Gentiana lutea und Gentiana punctata) keimten an einem geschützten Platz und entwickelten nach einem Jahr kräftige Jungpflänzchen. Aufgrund dieser vielversprechenden Erfolge begannen wir mit der Planung einer Hügelbeet Versuchsanlage.

Im Mai 2004 wurden schließlich mit Baggereinsatz die ersten Hügelbeete errichtet. Ich achtete dabei darauf, die Wirkung der Hügelbeete auf den verschiedenen Bodentypen (torfige bis moorige Böden) und in verschiedenen Höhenlagen des Geländes zu testen.

Neu errichtetes Hügelbeet in der Heidelandschaft. Grobes gerodetes Material (Bäume, Wurzelstöcke, Astwerk u.a. von Kiefer und Fichte) und Heidekraut wurde eingebracht. Die Hügelbeete wurden in Form einer Schlangenlinie angelegt.
Die neuen Hügelbeete wurden mit Stroh abgedeckt. Die Mulchschicht hat nicht nur die Funktion, den Boden vor intensiven Witterungseinflüssen zu schützen, sie dient auch dem Schutz der Samen vor Vogelfraß. Wie auf dem Bild zu sehen ist, befinden sich die Hügelbeete in unmittelbarer Nähe einer kleinen Straße. So können die Beete zum einen beaufsichtigt werden und sind gut erreichbar, zum anderen sinkt der Verbissdruck auf die Pflanzungen, wenn sich eine Straße in der Nähe der Kulturen befindet.
Ein Besuch in Schottland am 23. Juli 2004: Gemeinsam mit Mag. Christian Koidl (als Berater und Projektleiter für die Familie Langes-Swarovski tätig) erntete ich Rettich und Radieschen. Der Bewuchs war üppiger als erwartet, das Urgetreide war bereits zwei Meter hoch! Diese Erträge waren durch Mischsaat und Mulchen auf der anfangs gezeigten ehemaligen Erosionsfläche möglich.
Mit meinem Mitarbeiter Erich Auernig errichtete ich auch in den schottischen Highlands einen Lagerkeller nach meinem bewährten System. Der Keller dient zur Lagerung der Produkte, kann aber auch als Offenstall bestens verwendet werden.
Berkshire Schweine (eine alte Hausschweinerasse) und Gänse beziehen ihre Quartiere in der neuen Permakultur.
Planung der weiteren Vorgangsweise mit Gernot Langes-Swarovski. Nachdem die bisherigen Versuche erstaunliche Ergebnisse gebracht haben, wird geplant, auch Wildobst- und Obstbäume in die Permakultur einzubringen. Im Laufe der Zeit sollten sich die verarmten Erosionsflächen zu "essbaren Landschaften" mit einer vielfältigen Flora und Fauna entwickeln.

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