Russland
Permakulturberatung im Winter 2004

Zurück

Zum Fotoalbum

Update - Ein Jahr danach

Ein Jahr nach meiner Beratung und Aussaat von sibirschen Urkorn in Russland – dort fühlt es sich besonders wohl und gedeiht, wie man auf dem Bild sieht, prächtig. Im Jahr 1957 habe ich das erste russische Urkorn am Krameterhof kultiviert und habe mittlerweile in vielen Ländern der Welt beste Erfolge damit erzielt. Nun ist es wieder nach Russland zurückgekehrt.

Links im Bild ein Einfamilienhaus in der Gegend von Vladimir (ca. 400 Kilometer nordöstlich von Moskau). In diesem Gebiet sind sehr viele Holzblockhäuser zu finden.


Im Vordergrund sind auf diesem Bild kleine Holzbauten zu sehen. Es handelt sich dabei um russische Banjas, die hier an einem Fluss in der Nähe von Vladimir befinden. Banjas sind traditionelle "Saunablockhütten".


Begehung der ersten Versuchsfläche in der Nähe von Vladimir: eine unbewirtschaftete Brachfläche.

Die Fläche befindet sich auf einem kleinen Plateau und ist von Kiefernwäldern umgeben.

Im Bild einzelne Kiefern, die auf der Brachfläche natürlich aufwachsen.

Begutachtung der Bodenverhältnisse: wir finden magere sandige Böden vor.

Auch die Vegetation zeigt magere Bodenverhältnisse an. Auf dem Foto sind Lupinen zu sehen.

Blockbau in Moskau. Typisch ist die Verarbeitung von Rundholz. Vor allem die Kiefer findet stark Verwendung.


Erdkeller zur Lagerung von Obst und Gemüse.


Der Keller wurde aus Pappelholz errichtet. Dieses Holz ist für den Kellerbau allerdings nicht besonders geeignet, da Weichholz bei Erdbauten schnell verrottet. Auf dem Foto ist bereits Pilzbefall zu erkennen, obwohl der Keller erst einige Jahre alt ist. Auch fehlt eine ausreichende Be- und Entlüftung.


Kellereingang

 

.
Ein Pflanzenmarkt an der Autobahn. Vor allem Besitzer von Kleingärten beziehen in solchen Märkten ihre Pflanzen.

Es werden verschiedenste Pflanzen zu teilweise sehr hohen Preisen zum Verkauf angeboten. Die Preise sind zum Teil doppelt so hoch wie bei uns in Österreich!

Auch Obstbaume gehören zum Sortiment, die Qualität lässt allerdings oft zu wünschen übrig. Es handelt sich meist um Importware, welche vor dem Vegetationsabschluss herausgenommen wurde. Im Bild ist das eingetrocknete Laub zu erkennen. Die Kambiumschicht ist teilweise bereits braun und abgestorben. Für Laien sind diese Mängel oft nicht erkennbar, da sie der Meinung sind, es handle sich um vegetationsbedingte Herbstfärbung. Die Bäume haben allerdings kaum noch eine Chance anzuwachsen.


Da trotz der hohen Preise und der schlechten Qualität eine sehr große Nachfrage besteht, ist die extensive Anzucht von Baumschulware mit großer Wahrscheinlichkeit ein lohnender Produktionszweig.


Besichtigung der zweiten Versuchsfläche in der Gegend von Tula. Diese Fläche liegt ca. 300 km südöstlich von Moskau.

 


An vielen Orten ist ausreichend Wasser in guter Qualität vorhanden. Selbst Bachläufe ziehen durch das Gelände.




Laubmischwälder mit Eichen, Birken, Eschen und Ahorn würden sich für die Freilandtierhaltung sehr gut eignen.

Auf den ehemaligen Kolchoseflächen sind große Mengen von verdorbener Silage zu finden. Diese würden sich als Dünger in einer Permakulturlandschaft gut verwenden lassen.

Die Birkenwälder zeugen vom rauen Klima dieser Gegend.
Die bei uns als Pionierbaum vorkommende Birke bildet dort mancherorts die Schlusswaldgesellschaft aus.

In diesen Birkenbeständen sind alle Holzdimensionen für eine
Verwendung als Möbel-, Werk- und Bastelholz in großer Menge vorhanden. Auch als Bauholz für Blockbauten bieten sich die teilweise schön gewachsenen Stämme sehr gut an.


Brachliegende Ackerflächen der ehemaligen Kolchose.

Dieser Kolchosenteil wurde einst für die Schafzucht verwendet. Auf dem Foto ist noch ein Teil der riesigen, bereits völlig zugewachsenem Düngerstätten zu sehen. Die Ausbringung dieses Schafmistes wurde zu Gunsten von Künstdüngern vernachlässigt.


Diese ungenutzten Flächen mit teilweise meterhohen Grasbewuchs und guter Bonität würden sich hervorragend für Gemüse-, Getreide- und Kartoffelanbau eignen. Auf diesen tausende Hektar umfassenden Flächen könnte eine produktive land- und agrofortswirtschaftliche Nutzung mit Pflanzenbau und Tierhaltung im Freiland entstehen.


Für ein derartiges Großprojekt ist die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur nötig. Dazu gehören Erdstallungen, Verarbeitungs- und Veredlungsanlagen (Dorfmetzgerei, Milch- und Käseverarbeitung, Bäckerei, Obstverarbeitunganlagen) und die entsprechenden Vermarktungeinrichtungen.

Die Rahmenbedingungen für dieses Projekt werden zur Zeit ausgearbeitet. Das Projekt befindet sich noch in einem Frühstadium der Planung. Der Grundgedanke ist die Schaffung eines Pilotprojektes in Russland zur ökologischen und ökonomischen Produktion von land - und fortstwirtschaftlichen Produkten. Es soll zeigen, dass in einem Land in dem der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen brach liegt und der überwiegende Teil der Lebensmittel importiert wird, erfolgreiche landwirtschaftliche Produktion mit minimalem Aufwand möglich ist

.Durch die Aktivierung und sinnvolle Bewirtschaftung der brachliegenden Flächen nach dem Prinzip der Holzer´schen Permakultur wäre der Import der agrarischen Produkte in diesem Ausmaß (80% laut Projektbetreiber) nicht mehr nötig. Um den Erfolg dieses großen Projektes zu gewährleisten, st es allerdings unbedingt erforderlich, dass genügend geschulte Fachleute mit praktischer Erfahrung vor Ort mitarbeiten.

Köhlerei bei Tula. Aus Birkenholz wird Holzkohle hergestellt.


Der Holzteer wird hier nicht genutzt, würde sich aber gut verwenden lassen.


Vor dem Rückflug nach Österreich sahen wir uns in Moskau die bekanntesten Plätze und Bauwerke an.

Lenin - Mausoleum

Einkaufszentrum GUM

Der Rote Platz mit der Basilius-Kathedrale, dem Lenin-Mausoleum und dem Kreml ist das Wahrzeichen der russischen Hauptstadt Moskau.

Mein Sohn Josef Andreas hat mich auf dieser Reise begleitet. Die Fotos dieser Reise stammen von ihm.

Basilius-Kathedrale

Bolschoi Theater